Winzergenossenschaft / Spritzbrühanlage

Winzergenossenschaft / Spritzbrühanlage

Die ehemalige „Winzerhalle“ war eine Genossenschaft zur Vermarktung und zum Verkauf des Weines.

Die Mitglieder der Genossenschaft lieferten hier ihre Trauben ab, diese wurden gepresst und der Wein dann später verkauft. Um größere Einheiten zu bilden, wurden diese örtlichen Genossenschaften zu größeren Einheiten verschmolzen.

Diese Genossenschaft gehörte dann zur Gebietswinzer-genossenschaft Gau-Bickelheim. Später gab es dann eine Umorientierung, und der Weinhandel kaufte vermehrt bei den Winzern.

Als besondere Serviceleistung hat man bei der Genossenschaft auch eine Spritzbrühanlage gebaut. Die Spritzbrühe für die Weinberge konnte hier durch die Mitglieder fertig gekauft werden. Das damals verwendete Kupfervitriol-Ätzkalk-Gemisch (Bordeaux Brühe oder Bordelaiser Brühe) musste exakt gemischt werden, um Verbrennungen am Laub zu verhindern. Die Neutralität der Brühe hat man mit Phenolphtalein-Papier festgestellt. Sie wurde zum Bespritzen der Weinreben benutzt, um Pilzkrankheiten (Peronospora) zu verhindern. 1885 wurde in Bordeaux diese Brühe mit der fungiziden Wirkung von Millardet erfunden. Daher der Name Bordeaux-Brühe.

Man hat für die Herstellung der Spritzbrühe und deren Lagerung einen unterirdischen Wasservorratsbehälter gebaut. Der unterirdische Wasservorratsbehälter ist noch erhalten und wird z. Zt.  als Kühlwasseraustausch für die Brennerei benutzt. Der Behälter fasst ca. 80.000 – 100.000 Liter Wasser.

Die Spritzbrühe wurde in ca. 600 – 700 Liter fassenden Behältern angesetzt und nach Bedarf an die Winzer abgegeben.

Der Wasserbehälter hatte einen Zulauf von dem Dietengassen-Brunnen und einen Abfluss in den Dorfgraben Untergasse (Überlauf) weiter zur Feldmark – Nahe.

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